Festival der Utopie

21/10/2013

Organisiert vom Haus der Wissenschaft Braunschweig und dem GET Lab fand im September das sogenannte Festival der Utopie in Peine statt. Hundert Teilnehmer zwischen 18 und 35 Jahren kamen für zwei Tage zusammen und spannen gemeinsam an neuen Ideen für die Mobilität der Zukunft. Bold Futures war mit dabei: Zusammen mit Bernd Hopfengärtner hat Helge einen Design Fiction Workshop durchgeführt.

Nach der Erarbeitung von zahlreichen Konzepten am ersten Tag wurden ausgewählte Ideen am zweiten Tag in Dreier- bis Vierergruppen mit Hilfe von iPads gefilmt und geschnitten.

 

“Netzrepublik Deutschland 2042″: Eröffnung im RWE-Turm in Essen

31/07/2013

Unser neustes Projekt ist fertig und präsentiert sich ab sofort im Foyer der RWE Zentrale in Essen. Ermöglicht durch ein Stipendium der RWE Stiftung konnten wir uns mehrere Monate mit verschiedenen Energiezukünften befassen, Meinungen und Prognosen einholen und basierend darauf ein spekulatives Szenario entwerfen:

Beim aufgrund der Energiewende jetzt und in der Zukunft benötigten Netzausbau setzen die Verteilnetzbetreiber verschiedene Akzente, indem sie Versorgungssicherheit, Anteil an erneuerbaren Energien und Wirtschaftlichkeit unterschiedlich gewichten. So wird die lokale Netzinfrastruktur zu einem entscheidenden Standortfaktor für Bürger und Unternehmen. Plötzlich und spontan gliedert sich das gesamte Bundesgebiet neu – und zwar ganz anders, als es die Raumplaner seit Jahrzehnten diskutieren: Die Bundesländer verschwinden. – Im Jahr 2042 leben wir in der Netzrepublik Deutschland.

Zahlreiche Artefakte “aus der Zukunft” illustrieren eine Welt, in der unter anderem affluente Städter in Gated Energy Communites leben, radikale Techno-Hippies den Wind als energiespendende Kraft verehren und Menschen in strukturschwachen Regionen zu Stromdieben werden. Während das Szenario weder eine Prognose, noch eine besonders wünschenswerte Vision darstellt, ermöglichen die spekulativen Objekte, Geschichten und Dokumente doch eine Diskussion von die Energiewende begleitenden Ängsten und Hoffnungen.

Zur Eröffnung gab es auch gleich eine Podiumsdiskussion zum Thema und – eine besondere Ehre – Vorstandsvorsitzender Peter Terium hielt die Eröffnungsrede. Weitere Veranstaltungen, Mitarbeiterbefragungen, -interviews und -diskussionen folgen und werden in einer Dokumentation zusammengefasst. Die Ausstellung läuft zunächst noch bis Oktober; in Kürze folgt auch die Projektdokumentation auf unserer Webseite.


Fotos: Frank Vinken | dwb

 

Two panel discussions in two days

13/05/2013

The end of last month saw us traveling quite a bit on German and Dutch trains. First Helge attended De Designer van de Toekomst in Amsterdam, to then meet Ann in Ravensburg the next day for the Design der Zukunft II symposium. Both conferences dealt with the “expansion of the design sphere” and the various roles designers need to take on. We met some interesting people and finally got to the very south of Germany!

 

Interview auf der “jungen Webseite” der Süddeutschen Zeitung

23/01/2013

Teresa Fries von der Jugendseite der SZ (jetzt.de) hat ausführlich mit Helge am Telefon gesprochen. Heraus kam ein schönes Interview über unsere Arbeit und über das “Spielen mit der Zukunft”. Es startet mit einer Frage zu unserem letzten Projekt “Should I Be Afraid of the Future?”:

jetzt.de: Sollte ich nun Angst vor der Zukunft haben?

Helge Fischer: Nein, sollst du gerade nicht. Das ist der Sinn des Projekts.

Eine Internetseite voll von schlimmen Dingen, die mir und der Welt passieren können, von Maschinen, die meine Gedanken lesen bis hin zu Überbevölkerung und Versorgungsnöten – ausgerechnet das soll mir die Angst vor der Zukunft nehmen?

Wir wollten aufzeigen, dass es zahlreiche Gefahren, Risiken oder Probleme gibt, die wir aber in der Regel mit menschlichem Erfindergeist, Kreativität und Imagination durchaus bewältigen können. Man muss der Zukunft nicht mit Fatalismus oder Zynismus begegnen. Unser Ziel ist ein kritisch-optimistischer Blick auf die Herausforderungen von morgen.

Und davon gibt es nicht gerade wenige, wenn man sich eure Seite so anschaut.

Ja, wir haben versucht möglichst alle Fragen abzudecken, die es zum Thema Zukunftsangst und -bedrohung gibt. Dabei sind wir auf drei Bereiche gekommen: Technik, Natur und Menschheit. Ungefähr sechs Wochen Recherchearbeit steckt dahinter.

So ganz ernst nehmen darf man „Should I Be Afraid of the Future“ aber auch nicht, oder? Ich denke da an Fragen wie: „Was ist, wenn ein Virus ausbricht, der die Menschen in Zombies verwandelt?“

Wir haben schon versucht, zu jeder Frage ernsthafte Informationen zu geben, die das Gros der Wissenschaftscommunity auch unterschreiben würde – aber das Ganze natürlich mit einer gehörigen Portion Humor und Optimismus. Das Projekt ist, wie in die Geisterbahn zu gehen: Ein wenig gruselt es einen, aber es ist auch Unterhaltung. Das war eigentlich das Schwierigste: die Balance zu finden, zwischen dem, was man schnell humorvoll abhandeln kann, wie den Maya-Kalender oder die Zombieattacke und den Themen wie der Erderwärmung, die wirklich ein Problem sind.

Was ist von alledem nun dein Lieblingsszenario? Wie soll es mit uns zu Ende gehen?

Ich denke, am wahrscheinlichsten ist es, dass die Sonne irgendwann explodiert und dann – aber bis dahin ist es ja noch lange hin. Am interessantesten aber finde ich den Bereich „Mensch und Technik“. Mit dem Instrumentarium, das wir haben, können wir jetzt schon sehr viel. Und es gibt viele kulturelle und ethische Fragestellungen, die sich dabei ergeben. Ich will jetzt nicht nur fortschrittsoptimistisch sein und sagen, alles wird super toll, aber ich glaube, neben den Gefahren stecken da auch ganz viele Chancen.

Und diese Chancen wollt ihr mit eurem Designstudio aufzeigen?

Das, was wir machen, nennen wir Innovationskommunikation. Mögliche Zukunftsszenarios übersetzen wir in spekulative Designs. Wir entwerfen also Produkte und Dienstleistungen, die es geben könnte aber noch nicht gibt. Unsere Designs verweisen immer auf Lebenswelten, in denen sie existieren könnten und werfen damit auch die Frage auf, wie wünschenswert diese Lebenswelten sind. Es geht nicht immer nur um positive Entwicklungen.

[...]

Das volle Interview gibt es auf der SZ-Seite.

 

Creative Morning Berlin #14: Bold Futures

28/11/2012

Two weeks ago we’ve had the chance to give a talk at Creative Mornings Berlin. Creative Mornings (the Berlin chapter is organised by Jürgen Siebert) is a global breakfast lecture series for “creative types”. That’s us! And, presumably, you, too. If you have 20 minutes or so, why not skip through our presentation and let us know what you think?

 

“Intelligente” Materialien Mini-Konferenz & Agentur Haute Innovation

01/11/2012

Nächste Woche sprechen wir auf einer Veranstaltungsreihe der Technologiestiftung Berlin zu intelligenten Oberflächen. Organisiert wird diese Mini-Konferenz von Dr. Sascha Peters mit seiner Agentur Haute Innovation. Sie tritt als Mittler zwischen Innovation und Anwendung und als “Inkubator für das Unkonventionelle” auf und so hatten wir uns im Vorfeld der Veranstaltung bereits viel zu erzählen. Sehr relevant für an neuen Materialien und Innovationen Interessierte ist vor allem sein umfangreicher Newsletter, den wir hier gerne weiterempfehlen möchten.

 

New Office Space

25/10/2012

We’ve moved! You may now find us in Gneisenaustraße 42, 10961 Berlin. If you’re around: Do drop by and say hi!

 

Essay: Öko-Erziehung in der Welt der Dinge

22/10/2012

Der folgende Artikel von Helge erschien zunächst in der Zeitschrift NovoArgumente, Ausgabe 114.

Es ist eine Binsenweisheit: Auch in früheren Zeiten, als man von heutigem Wohlstand noch nicht einmal träumte, waren die Menschen glücklich. Offenbar können die Menschen auch in sehr restriktiven Gesellschaftsformen oder in technologisch rückständigen und materiell ärmlichen Lebenswelten zufrieden sein, insbesondere dann, wenn sie keine Vorstellung davon haben, wie gut es anderen geht. Glücklicherweise gibt es aber dank Reisefreiheit und Internet kaum mehr Winkel auf dieser Welt, in denen Menschen – arm und irgendwie doch glücklich – keine Chance haben, von Bereicherungen des Lebens zu erfahren, die für sie noch unerreichbar sind, aber ihre Wünsche und ihren Ehrgeiz wecken.

Eine bessere Welt ist also eigentlich für jeden vorstellbar. Designer können einen Beitrag dazu leisten, solche „bessere Zukünfte“ leichter erfahrbar zu machen, fesselnde Lebenswelten zu entwerfen und Träume zu kommunizieren. Doch fällt dies heute nicht leicht, denn es dominieren eher düstere Bilder von der Zukunft, die den Glauben an die positive Gestaltbarkeit der Welt als naiv erscheinen lassen. Fatalismus ist der Feind guten Designs. Wenn wir die Behauptung akzeptieren, das 21. Jahrhundert sei das Jahrhundert der Klimakatastrophen, Ressourcenverknappung, Überbevölkerung und der zerstörerischen Übernutzung der Natur, und schuld sei der Mensch, jene „schwerwiegende planetarische Krankheit“ [1], dann fallen unsere Entwürfe bescheiden, kleinlaut und demütig aus. Dann wird Design zum Appell, unser Verhalten zu zügeln und unsere Erwartungen zurückzuschrauben.

So entstehen vom Nachhaltigkeitsdogma beeinflusste, oft mutlose und kleinliche Entwürfe, die weit hinter dem zurückbleiben, was heutige Technologie, also das Instrumentarium des Menschen, ermöglicht: Stühle aus recycelten Zeitungen, die mit einem Kleber aus Reis zusammengehalten werden [2], mit Pedalkraft betriebene Küchengeräte [3] und Waschmaschinen [4] oder gar ein ebenfalls durch Pedaltreten betriebenes Gerät zur Herstellung von Papier [5]. Es sind immer noch prinzipiell dieselben Produkte, die dieselben Funktionen bereithalten, aber sie sind vielfach mühsamer zu bedienen, verlangen nach mehr Zeit und Einsatz. Sie bewegen sich damit in der Zeit zurück. Wer möchte solche Produkte nutzen?

Oft werden derartige Designs als „angepasste Lösungen“ für Entwicklungsländer vorgestellt. Doch warum sollten die Menschen dort Interesse an im westlichen Zeitgeist liegenden, aber technisch rückschrittlichen Produkten haben? Würden sie nicht ebenfalls lieber die bequemere, in diesem Fall elektrische Variante einer Waschmaschine wählen und sollten sie diese nicht auch erreichen können?

Persuasive Design

Im Bereich Sustainable Design ist ein weiterer Ansatz allerdings noch deutlich unbehaglicher. Sogenanntes „Persuasive Design“ [6] versucht beim Nutzer mit Hilfe von Erkenntnissen aus der Verhaltenspsychologie bestimmte „erwünschte“ Einstellungen und Verhaltensweisen zu befördern. Anstatt durch Informationen zu überzeugen und so eine freie Entscheidung zu ermöglichen, will Persuasive Design Menschen vielfach unbewusst beeinflussen und ihr Denken und Verhalten in eine zuvor als „richtig“ erkannte Richtung lenken. Es versucht, das emotionale, irrationale und impulsive Denken unseres Unterbewusstseins zu manipulieren. Dies wird – mehr oder weniger wissenschaftlich fundiert – natürlich schon seit Jahrzehnten in der Werbung genutzt: Viele kleine Psychotricks sollen dafür sorgen, dass wir dieses kaufen, jenes unterschreiben, dass wir eine Bewertung auf Amazon abgeben [7] oder uns bei Facebook einloggen. Beim „Neuromarketing“ wird untersucht, welche Gehirnareale durch welche Stimuli aktiviert werden und wie dies Kaufentscheidungen beeinflusst. So sollen eine Lautstärkeerhöhung in Bars zu vermehrtem Alkoholkonsum verhelfen und dezente beruhigende Düfte in Kaufhäusern den Verkauf fördern.

Relativ neu ist allerdings, dass – während die „böse Seite“ des Marktes für Persuasive Design übersättigt ist – es nun auch eingesetzt wird, um vermeintlich Gutes zu tun. Das sogenannte Zielverhalten kann hier zum Beispiel sein, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben, Medizin regelmäßig einzunehmen oder – im Bereich nachhaltigen Handelns – weniger Strom zu verbrauchen oder das Fahrrad zu nutzen. Plötzlich wird also die gezielte Beeinflussung des Unterbewusstseins zum Wohle und im Eigeninteresse des Manipulierten propagiert, um dessen Leben zu verbessern. Das eingesetzte Repertoire an Psychotechniken ist hier ebenfalls breit gefächert und reicht vom Setzen von Zielen, über verschiedene Anreiz- oder Abhaltungssysteme bis hin zu sozialer Kontrolle, Ausgrenzung oder Bevormundung. Das Ziel ist es, „gutes“ Verhalten so automatisiert, so einfach oder auch so suchterzeugend zu machen wie Glücksspiel.

Kleinere Mülleimer zum Beispiel sollen uns dazu verleiten, weniger Abfall zu produzieren – nicht weil wir dies als sinnvoll erachten, sondern einfach, um seltener den Müll rausbringen zu müssen. Der vom MIT Media Lab entwickelte WaterBot [8] hingegen wird am Wasserhahn installiert und misst den Wasserverbrauch. Bei zu langer Wassernutzung gibt das System visuelle und auditive Alarmsignale, beim Zudrehen hingegen gibt es ein positives Audiofeedback. Das zugegebenermaßen clevere „Erratic Radio“ des Interactive Institute in Schweden [9] wiederum empfängt zusätzlich zum eingestellten Sender noch die 50-Hz-Frequenz, die von elektrischen Geräten abgegeben wird und stört somit den Empfang bei gleichzeitiger Nutzung dieser Geräte. Es gibt eine App fürs Auto, die anzeigt, wie energie-effizient gefahren wird und die den Fahrer durch visuelle Hinweise anleitet, möglichst gleichmäßig zu fahren [10]. Zahlreiche Angebote im Internet hoffen auf Nutzer, die im Rahmen eines Wettkampfs versuchen, möglichst viele „Eco-Challenges“ zu bestehen (z.B. eine Woche kein Fleisch essen, einen Gemüsegarten anlegen und so weiter) [11]. Ein drastischeres Beispiel ist das vom Design Lab der Universität in Sydney durchgeführte Projekt „Neighbourhood Scoreboards“ [12]. Die täglichen Veränderungen im Energieverbrauch von teilnehmenden Haushalten wurden hierfür auf großen, der Straße zugewandten Schildern aufgezeigt, zusammen mit lachenden (abnehmender Verbrauch) und weinenden Smileys (steigender Verbrauch) und dem derzeitigen Platz im „Neighbourhood Ranking“ für Energieeinsparungen.

Gestaltete Unentschlossenheit

Die genannten Beispiele wirken einzeln besehen harmlos, es gibt bewusst viele Parallelen zu Videospielen und mitunter machen sie sogar Spaß. Und es mag Lebensbereiche geben, in denen der Einzelne Verhaltenslenkung durch technologische oder soziale Systeme für sich selbst als nützlich empfindet. Wer von der Richtigkeit einer Handlung überzeugt ist, der mag durch sie die nötige Unterstützung erhalten, diese Handlung auch wirklich auszuführen bzw. eine unerwünschte Handlung zu unterlassen. Doch befördert eine breite Anwendung von Persuasive Design, das letztlich eine Ergänzung zu den expliziteren Maßnahmen der Volkserziehung ist, eine regressive Sichtweise auf die Möglichkeiten und Kapazitäten des Menschen: Wir akzeptieren damit, dass wir anscheinend hilflose und schwache Wesen sind, die der Lenkung bedürfen.

Nachhaltiges Design und insbesondere Persuasive Design unterminieren den Glauben in unsere eigenen Fähigkeiten und sind gleichzeitig ein Angriff auf menschliche Selbstverantwortung, Autonomie und Freiheit. Wir trauen weder uns selbst noch der Mehrheit unserer Mitmenschen zu, dass wir richtige Entscheidungen treffen und diese dann auch konsequent umsetzen könnten. Stattdessen akzeptieren wir die strategische Planung und Manipulation unseres Verhaltens durch selbst ernannte Experten, die uns in einer unübersichtlichen Welt den rechten Weg weisen wollen. Die von ihnen entworfenen Systeme und Produkte setzen an Stelle von Willensfreiheit und Wahlmöglichkeit das reine Managen von Nutzerverhalten.

Wenn wir die Lebensbedingungen weiterhin weltweit verbessern möchten, stehen wir vor großen Herausforderungen. Dies ist auch deshalb der Fall, weil wir in der Vergangenheit natürlich bei der Nutzung von Technologien auch falsche Entscheidungen getroffen haben. Doch ist unsere Fähigkeit, Neues zu denken und zu erschaffen und dabei Risiken einzugehen (und also auch Fehler zu machen) nicht das Problem, sondern die Lösung für globale Probleme. Wir sind Zerstörer, aber vor allem Schöpfer und Erschaffer; wir sind Konsumenten, aber vor allem Produzenten. Zu oft beschränkt sich aktuelles nachhaltiges Design auf eine Bewahrung des Status Quo, wenn es nicht sogar Konzepte hervorbringt, die unsere Freiheiten, unsere Wahl- und Ausdrucksmöglichkeiten einengen. Wenn wir in einer Transformationsgesellschaft leben, in der hergebrachte Methoden des Wirtschaftens und Lebens nicht mehr uneingeschränkt tragen, dann benötigen wir jedoch ein Vertrauen in menschliche Intelligenz, Kreativität, Imagination und Kraft. Zukunftsoptimisten sind immer die besseren Designer, denn sie zeigen, wie wir neue Industrien erschaffen, unsere Existenz sichern und Lebenswelten weltweit verbessern können. Sich selbst und die Menschheit hingegen zuvorderst als schwach und hilflos zu sehen, mag in einer komplizierten Welt bequem sein, doch ist es ein Luxus, den wir uns nicht leisten dürfen.

Anmerkungen
[1] Umweltschützer James Lovelock nannte die menschliche Spezies “a serious planetary malady”.
[2] hansdna.com
[3] areyouwheel.com
[4] eliotcoven.wix.com/dev-world-laundry#!home/mainPage
[5] inhabitat.com/the-oracle-beater-fuels-ghanaian-paper-production-with-invasive-plants-and-cycling/
[6] Einer der Propheten von Persuasive Design (auch “Behavioural Design” oder “Transformative Design”) ist der Sozialwissenschaftler B.J. Fogg von der Stanford Universität (bjfogg.com). Sehr großen Einfluss hatte und hat auch das Buch Nudge von R.H. Thaler und C.R. Sunstein aus dem Jahr 2008 (nudges.org). Eine Kritik des Buchs gibt es auch auf Spiked (spiked-online.com/index.php/site/reviewofbooks_article/6049). Weitere populäre Bücher, die verhaltensbeeinflussendes Design propagieren sind Neuro Web Design (S.M. Weinschenk, 2009) und Sway – The Irresistible Pull of Irrational Behavior (O. und R. Brafman, 2008).
[7] Amazon (inzwischen Google) besitzt gar ein Patent über “creating an incentive to author useful item reviews”. Konkret funktioniert es bei Amazon durch verliehene “Abzeichen” für Inhalte, die andere Nutzer als sinnvoll bewerten; google.com/patents/US7428496.
[8] E. Arroyo, L. Bonanni, T. Selker: “Waterbot: Exploring Feedback and Persuasive Techniques at the Sink”, MIT Media Laboratory.
[9] tii.se/static/
[10] hunter.pairsite.com/greenmeter
[11] Zum Beispiel: Make Me Sustainable (makemesustainable.com), Carbon Rally (carbonrally.com) oder Ein Guter Tag (eingutertag.org)
[12] neighbourhoodscoreboards.com

 

Being in good company in Lausanne

12/07/2012

Until Oct 28 we have got two pieces on display in Lausanne’s Musee de Design et d’Arts Appliques Contemporains (MUDAC): Safe Cuddling and Display of Affection. The exhibition “Touch – The World At Your Fingertips” is a tribute to the sense of touch that immerses the visitor in the many forms of our sensory, and sometimes sensual, relationship with the world.

We are excited by the many sometimes pleasant, unsettling, repulsive or magical exhibits dealing around the theme of touch and we are happy to be in company with so many great designers showing their work.

 

Bold Futures wins 1st prize in short film competition

09/07/2012

We are very happy that our project Alter_SCENT has won the 1st prize in the “nanospots” short film festival 2012! The festival disseminates short films on current nanotechnology and is supported by the Volkswagenstiftung and realised by the Martin-Luther-Universität Halle in collaboration with science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation.

We would like to thank the jury as well as the audience that voted for our film during the presentation of the top ten entries on July 5 in Halle/Saale. As you may tell from the image below, we were happily surprised!

You may also want to check the following related (German) blog entries… (The competition was even featured on Spiegel Online where you can also see the other top ten entries!)
www.spiegel.de
www.volkswagenstiftung.de
www.vdi-nachrichten.com
www.spektrum.de
www.magazin.uni-halle.de
www.science2public.com

 

On design research – an interview with Gesche Joost

30/05/2012

Ann-Kristina recently had the chance to interview Prof. Dr. Gesche Joost, Professor for Design Research at the University of the Arts Berlin. Being interested in her work for a while she took the opportunity to talk about the current state of design research and its role within other disciplines and the industry.

Would you advise design students to do a PhD? How about when you want to work in a studio setting, could it be beneficial …

… or maybe even an obstacle! If you’re more of an practitioner I’d definitely advise against it. You lose too much time, while others are gaining technical skills. Apart from that, design research is a big trend. In countries like Switzerland, Scandinavia, UK and the US a lot is already happening. These countries have established structures, great research institutions and universities. Aalto University in Helsinki and the Interactive Institute in Sweden for example. In Switzerland every university that offers design course is obliged to use a third ofcertain part of it’s time to do research in that area. That’s just fantastic!

Design research, for me, is interesting because you can look at the bigger picture. You can design and develop your own research tools which are often visual, prototypic and/or haptic. By looking at things from a design perspective you end up with very interesting and different results. In this respect I would suggest to go into design research if you’re really interested to get to the bottom of things, have a good stamina and like to read. Of course, you also have to be determined to find your own angle and topic. Now is definitely a good time to choose this path as a lot of universities (in Germany) start to offer PhD courses in this area.

There are two ways of design research: research through design and research for design. Where do you see yourself?

Mostly research through design, just because it is a very interesting research paradigm. It assumes that design itself is a tool in the research process. You develop a question and try to answer it by using design prototypes. One of my students, Fabian Hemmert, questions the role of the body in human-computer interaction. He uses tactile and haptic characteristics of products to find out how to create a richer interactive experience. Very simple prototypes, like a packet of tissues combined with a small engine, are used in user-testing and the feedback then gets collected.

We are also conducting research for design. Another student, Sandra Buchmüller, is working on a theoretical feminist framework for design. It’s a purely theoretical project trying to find out how and why feminists theories could be relevant for design. Basically it’s about putting marginalised groups in focus when designing for user groups, trying to avoid clichés.

It doesn’t necessarily has to result in a marketable product?

Exactly. Normally we end up with prototypes and a report containing findings and insights. If this results in a marketable product it’s exciting, because the results of the project have a direct influence in real life. We don’t have a problem with that. If anything, it shows if what we’re working on is of relevance.

Do you think design research could even be used as a tool in other disciplines, for example in humanities or even in politics?

Definitely yes. We are very interested in socio-political links, so this has a strong standing here. Florian Sametinger and Jennifer Schubert are very engaged in community-building and Living Labs. They created a neighborhood lab here in Berlin, where residents are invited to participate in developing the area further. It is about understanding and strengthening the existing networks, like the local senior computer club, connecting people and supporting them with the necessary technological knowledge.

How would you estimate the importance of design research for the industry? Is it accepted? Do you have difficulties getting funding?

It’s still a big struggle. You always have to do a lot of talking. The image that design has – and we have partly brought it on to ourselves – is still that of “making things look pretty”. We get asked to create nice slides or design the packaging for a finished product. A great deal of convincing has to be done to explain that we start with basic research, together with the consumer. It works better if you do have some significant projects to show though. Because then, the feedback is usually very positive. Especially the field of innovation seems to be in a dead-end and is naturally dependent and therefore open for new ways of working. As I said before, other countries are much further in this area. In Eindhoven (High Tech Campus (HTC)) you have Phillips Research on the campus. This way designers are really incorporated in the research. In Switzerland they had a state-run research program, especially for design. You have to imagine that, how brilliant!

Find the full interview over at Graphic Birdwatching.

 

Work in Progress: Functional Food Fictions

18/05/2012

Commissioned by the TSB Technologiestiftung Berlin we recently held a workshop with students from the Emil-Fischer-Schule on “Functional Food Fictions – Speculative Foodstuffs of the Year 2030″. Touching on food futures where we employ foreseeable applications of nano- and biotech, the four days of intensive scenario development yielded some thrilling concepts.

Plausible future foodstuffs include wine gum to get you sober quickly (“so that you can continue to drink even more”), pastries to simulate signs of illness (“to bunk classes in school” or “to get more attention”), petit fours that tell those nanobots in your bloodstream what to do (“they are like edible apps”) or memory enhancing jelly (“for better remembering the name of an acquaintance at a party” or “to shorten those learning sessions before an exam”).

The products will now be branded and eventually they will feature as finger food in a grand reception. Edible science fiction prototypes. This should be a nice dissemination of experiential scenarios. More soon.

 

Work in Progress: Collaboration with TU Hamburg-Harburg

19/04/2012

One of the projects we’re currently working on is going to materialise as a short film. We’re collaborating with the fine folks at TU Hamburg-Harburg, more specifically with researchers from the institute of polymer composites. More on this soon. In the meantime, here are some photos from our film shooting in one of their labs. (Photo credits: Ingo Johannsen)

 

Energy Futures at FH Potsdam

10/02/2012

Sometimes we get the opportunity to teach. “Energy Futures” was an intense three-week long course on speculative design led by Helge together with Prof. Wettach. The brief was to imagine relevant, plausible and engaging future scenarios that pose critical questions about our personal and collective energy management. The scenarios were then communicated through film. During the workshop five student teams set out to be both visionaries and reporters – creating part documentaries and part science- (or rather social-) fictions – to question common notions of our energy future, and to propose compelling alternatives.

Robin Rundkvist and Benjamin Ditzen took the idea of power saving activities to extremes. In “Walking Right” people not only worry about energy consuming appliances but there’s a “Department of Energy Consumption” that educates about saving energy by refraining from physical activity:

The film from Ann-Kristin Kühl and Ulrich Siegmeier is set in a future world of energy scarcity. However, whenever there are strong winds near the coast, people celebrate huge parties while wasting all the excess energy generated from wind power plants that couldn’t be otherwise captured. For a few stormy days each year, people experience extravagant energy abundance.

 

A project for Novo: Pristine Africa

16/01/2012

NovoArgumente (the German sister mag of Spiked) is probably the freshest free-thinking, radically humanistic German publication there is. Thus we were very happy to produce a short film for a recent public debate they organised in Berlin. On the occasion of reaching the 7th billion human living on our planet the topic was “The Great Population Debate”. The (arguably fairly provocative) film deals with the idea of “keeping Africa small”, which is basically the idea of maltreating Africans in the interest of a higher, Western ideal. It’s the idea that the material comforts and welfare we (in the West) rely on are not appropriate or possible for Africans. The film consists of a sort of manifesto that satirically describes a future vision for Africa.

The debate was a satellite event of the annual Battle of Ideas. Support was given by the British Council and the Tilsiter Lichtspiele. The narrator is Steve Taylor from Voice Pool. And yes, we did use stock footage for this.

 

Open for Business!

05/01/2012

Having worked somewhat secretively on setting up our studio during the last six months or so, we are now very excited to go official and start the year with a proper website. Thanks Kjen for doing all the coding, great work! Having acquired some of our first commissions we are up for a possibly turbulent first year (at least that’s what everyone told us what it’s going to be!) full of design futures, fictions and interactions. (As well as full of more client acquisition, negotiating and accounting. Which should be fun, too.) We would like to wish ourselves, as well as current and future clients and friends bold futures!

This is our blog. It's the place for reports, updates and news on stuff we do, stuff we find exciting, plus the occasional rant. We'll try to keep it in English most of the time.

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